Am ersten Vormittag wurde zuerst das theoretische Wissen aufgefrischt. Die Lehrsanitäter Franz Schiller und Clemens Kaltenberger erklärten und vertieften gemeinsam mit den 21 Praktikanten einige Themen der Sanitätshilfe. Säuglingsreanimation, Traumadrilling, Starke Blutung und Bergetechniken standen auf dem Stundenplan. Währenddessen frischten Peter und Paul Reinthaler die Kenntnisse der 14 Praxisanleiter auf. Die Feedbackregeln und das Coachen von Praktikanten in schwierigen Situationen standen auf dem Lehrplan.
Am Nachmittag ging es dann daran das Wissen umzusetzen. In 10 Teams mussten die Praktikanten ganz alleine fünf verschiedene Stationen der San-Hilfe bewältigen. Diese Übungssituationen waren inhaltlich an die bevorstehende Sanitätslehre-Prüfung angepasst und wurden mithilfe von realistisch geschminkten Statisten dargestellt. Die Praxisanleiter beobachteten die Arbeit ihrer neuen Kollegen und zeigten ihnen in Feedbackgesprächen ihre Lernfelder auf.
Am zweiten Tag standen die Sanitäter vor einer ganz anderen Herausforderung.
Nachdem sie am Vormittag im Lehrsaal nochmal vieles zum Thema Großschaden und SanHist gehört hatten, wurden sie am Nachmittag zu einem kleineren Verkehrsunfall gerufen. Mitten im Ort hatte eine Mutter, abgelenkt von ihren beiden Kindern, eine Mopedlenkerin übersehen und diese mit dem PKW gerammt. Nach dem Zusammenstoß hatten sich die Türen des Wagens verkeilt, keiner konnte aussteigen und der Bewusstlosen helfen, die mitten auf der Straße lag. Als die Freiwillige Feuerwehr Aspach eintraf, um die junge Familie zu befreien, waren die ersten Mannschaften des Roten Kreuzes schon eingetroffen. Doch plötzlich gab es einen lauten Knall und dichter Rauch drang aus einem Gebäude in der Nähe. Schreie waren bis zur Unfallstelle zu hören. In einem alten Wohnhaus hatte es eine Explosion gegeben, Teile waren eingestürzt, neun Personen waren eingeschlossen. Die Feuerwehr machte sich sofort an die Lösch- und Bergearbeiten, während die Sanitäter die bereits befreiten Personen versorgten. In weniger als einer Stunde waren alle 13 Patienten vom Notarzt begutachtet, behandelt und zum Abtransport ins nächste Krankenhaus bereit.
Beim der Abschlussbesprechung wurde klar wie wichtig solche Trainingsmöglichkeiten für alle Beteiligten sind. Denn nicht nur die Praktikanten können von den Praxisanleitern lernen, auch auf dem umgekehrten Weg wird viel Wissen weitergegeben.
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