Montag, August 11, 2008

2008-08-11 > Das Rote Kreuz am Pfadfinderlager Aqua08

Alle fünf Jahre veranstalten die oberösterreichischen Pfadfinder in St.Georgen im Attergau ein Jamboree. Dabei handelt es sich um ein internationales Großlager mit fast 5000 Teilnehmern aus 15 Nationen. Vom 5.-14.August setzt sich das ganze Lager in diversen Projekten mit dem Thema „Wasser“ auseinander. Natürlich muss in so einem großen Camp auch für die medizinische Versorgung gesorgt sein.

Schon aus Tradition steht das Rote Kreuz Linz auch beim Aqua 2008 bereit, um den Pfadfindern bei kleinen und großen Wehwehchen zu helfen. Unsere Hilfe kann 24h am Tag in Anspruch genommen werden. Zu unserem Team an Freiwilligen gehören neben zwanzig Sanitätern, sieben Krankenschwestern und Pflegern auch vier Mediziner.
Mit Oberarzt Dr. Fritz Firlinger von der Internen Intensivstation der Barmherzigen Brüder Linz und Oberarzt Dr. Jörg Breitwieser von der Unfallchirurgie des LKH Freistadt sind wir für alle Eventualitäten gerüstet. Unterstützt werden die beiden von den Turnusärzten Dr. Wolfgang Fuchs vom AKH Linz und Dr. Michael Leitner von den Brüdern.

Wir kümmern uns in unserer Ambulanz nicht nur um Notfälle sondern führen auch kleinere Eingriffe durch und nähen die Wunden der tapferen Pfadfinder. Darüber hinaus bieten wir auch diverse Therapien an. Inhalation bei Erkrankung der Atemwege, Infrarotbestrahlung bei Infektionen im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich sowie Reizstrom- und Ultraschalltherapie bei schmerzenden Muskeln und Gelenken gehören zu unserem Angebot. .Auch eine gut bestückte Apotheke ist eingerichtet. Unser Ziel ist es, unsere jungen Patienten so rasch wie möglich zu kurieren, damit sie schnell wieder am Lagerleben teilnehmen können.
Auch ein Krankenrevier mit sechs Betten steht bereit um den einen oder anderen Lagerteilnehmer auch über Nacht beobachten zu können.
Doch nicht nur die körperlichen Beschwerden sind unser Anliegen, oft spielt auch ein bisschen Heimweh eine große Rolle. Denn für die jüngeren Pfadis ist das meist das erste große Lager.
Die Älteren haben hingegen ganz andere Gründe uns zu besuchen. Schon einige der Ärzte, Sanis und Krankenschwestern haben ihre Fans, die immer wieder wegen kleineren Beschwerden zu uns kommen um sich von ihrem Schwarm behandeln zu lassen.

Nach acht Tagen Lager können wir nun Bilanz ziehen. 950 Patienten waren in unser Feldspital gekommen, um sich behandeln zu lassen. Davon kamen ungefähr zwei Drittel wegen den unterschiedlichsten Verletzungen. Von Schürf und Schnittwunden über Insektenbisse und Brandblasen bis zu angeknacksten Knochen war alles dabei. Bei den Erkrankten litten besonders viele unter Sonnenstich beziehungsweise an Infekten der oberen Atemwege. Dies liegt am allgemein sehr wechselhaften Wetter, denn nach kaum zwei Tagen Sonnenschein folgte meist ein Tag Regen. Nur 10 Patienten mussten zur weiten Behandlung ins Landeskrankenhaus Vöcklabruck gebracht werden, und einige wurden auf eigenen Wunsch hin von den Eltern abgeholt.

Alle Fotos bei flickr

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