Montag, Oktober 26, 2009

o9_te deum der tausend

o9_te deum der tausend
Mehr als 1.000 Singende und Musizierende im größten Kirchenraum Österreichs.

Mysteriös findet sich in der alten großen Partitur mitten im Tenorsolo von „Te ergo quaesumus“ der krakelige handschriftliche Bleistifteintrag: „Te Deum der Tausend 8. September 1974 16:00 Uhr Dom“. Der legendäre Domkapellmeister Joseph Kronsteiner hinterließ diese Zeichen wie ein Rätsel aus ferner Zeit auf Seite achtundzwanzig von Anton Bruckners „Te Deum“, das wie der Altar und der mächtige Turm untrennbar zum Linzer Mariendom gehört. Gab es schon einmal ein Te Deum der Tausend? Hat Kronsteiner Bruckners Klangdom in diesem größten Kirchenraum Österreichs schon einmal mit Tausend Menschen aufgeführt? Liegt es nicht nahe, Bruckners an Farben und Selbstentblößung größtes Werk hier zu entfalten? Es liegt genauso nahe, wie mit den beiden Orgeln, der Chororgel und der Rudigierorgel, den Raum zu öffnen für das mächtige Unisono der übereinander geschichteten Quinten und Quarten. Gewaltig und voller Klangfülle wird die Kirche beben und die Erinnerung noch lange nach dem Verklingen in der Vierung schweben. Ein Dirigent, zwei Organisten und mehr als tausend Singende und Musizierende erbauen ein Monument aus Klang, wie wir es nie mehr hören werden.

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