Bereits zum dritten Mal fand das Intensivübungswochenende 2009 des Roten Kreuzes Linz-Stadt in Aspach im Innkreis statt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, in Ausbildungen befindlichen Rettungssanitätern die Möglichkeit zu geben, im Rahmen einer Großschadensübung ihre theoretischen Kenntnisse umzusetzen. Auch spezielle Übungsstationen sind zu absolvieren, um mit Unterstützung erfahrener Praxisanleiter für die Rettungssanitäterprüfung zu trainieren.
Am ersten Tag wurde das Wissen der Teilnehmer zum Verhalten im Großunfall noch einmal aufgefrischt, bevor sie am Nachmittag vor einer Herausforderung standen, die man im Ernstfall nicht planen kann. Um 14.00 Uhr wurde die erste Mannschaft alarmiert. In der Witzmann-Mühle hatte es eine Staubexplosion gegeben, nähere Informationen waren vorerst nicht bekannt. Nach der erste Lageerkundung durch den Einsatzleiter war klar, 30 Leute hatten sich in der Mühle befunden. Neben den Arbeitern war auch gerade eine Schulklasse mit 20 Kindern im Betrieb unterwegs gewesen, als das Unglück passierte. Viele der Verletzten waren mit leichteren Blessuren davongekommen und konnten sich selbst ins Freie retten. Die Feuerwehr Aspach, die kurz nach dem Roten Kreuz bereits eingetroffen war, startetete sofort den Löschangriff. Die Bergung weiterer Verletzter konnte nur unter Atemschutz durchgeführt werden, da das Gebäude innen völlig verraucht war. Einige Verletzte hatten sich auf das Dach des Silos gerettet, von wo sie nur mit der Drehleiter der Feuerwehr Ried gerettet werden konnten. Nach und Nach wurden immer mehr Patienten an das Rote Kreuz übergeben und in die mittlerweile errichtete Sanitätshilfsstelle gebracht. Hier konnten sie von den 24 Teilnehmern des Übungsseminars versorgt werden.
Gerald Weiß, der Leiter des Organisationsteams des IÜW09 erklärt: „Für die Praktikanten ist so eine Übung ideal, um die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Notärzten unter realistischen und stressigen Bedingungen zu trainieren. Im Realfall muss jeder Handgriff sitzen“. Auch der Einsatzleiter der Feuerwehr Aspach, Josef Danzer erklärt: “Wir sind dankbar, dass es gemeinsam mit dem Roten Kreuz Linz die Möglichkeit gibt, eine so große Übung unter realistischen Bedingungen zu absolvieren.“ Auch Paul Reinthaler, Bezirkrettungskommandant und Bezirkgeschäftleiter des Roten Kreuzen Linz-Stadt meint: „Wir müssen uns für reibungslose Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Aspach und der Witzmann-Mühle bedanken, so eine Übung wäre in Linz in diesem Ausmaß nicht so einfach planbar.“
Am zweiten Tag waren die Praktikanten erneut gefordert. Vormittags wurden die theoretischen Inhalte aus der Rettungssanitäterausbildung nochmals vertieft. Der Fokus lag dabei auf Themen, die bei der kommissionellen Abschlussprüfung relevant werden. Am Nachmittag mussten sie ihr können dann an vier unterschiedlichen Stationen unter Beweis stellen. In Zweierteams galt es, eine gestürzte Mopedfahrerin, einen Arbeiter mit Schnittwunde am Unterarm, einen Säugling mit Atemproblemen und eine Frau mit Herzinfarkt korrekt versorgen. Die Praxisanleiter wiederholten am Vormittag ebenfalls Inhalte aus ihrer Ausbildung um dann bei den Übungsstationen zu beobachten und den Kollegen wertvolles Feedback zu geben.
In der Abschlussbesprechung zeigten sich alle Beteiligten von dieser Form des Trainings begeistert und sprachen sich für eine Weiterführung dieser speziellen Ausbildungsmöglichkeit aus. Auch die Feuerwehr Aspach hat bereits ihre Unterstützung für das nächste Jahr zugesagt.
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