Sonntag, April 06, 2008

2008-04-06 > LASK vs. Rapid - Blick hinter die Kulissen eines Hochrisikospiels

Einiges wurde von diesem Spiel erwartet. Neben dem Kampf um Tabellenplätze und Meistertitel waren vorallem sämtliche Einsatzkräfte gespannt auf das Verhalten der Fans. Denn nach den Ausschreitungen beim Spiel gegen die Austria mit über 20 Verletzten, von denen 8 im Krankenhaus behandelt werden mussten gab es diesmal verstärkte Sicherheitskontrollen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Mehr als 18.000 Zuschauer waren im Linzer Stadion, davon ca. 3.000 aus Wien. Doch das Spiel verlief ruhig. Lediglich vier Zuschauer mussten sich ambulant behandeln lassen, auf dem Spielfeld verletzte sich keiner.
Aber trotzdem steckt einiges an Arbeit dahinter, um eine Ambulanz dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen. 40 Rettungssanitäter, 3 Notfallsanitäter und ein Notarzt sorgten für die Sicherheit im nahezu ausverkauften Stadion.
Die Vorbereitungen dazu trafen Matthias Schiffmann, Florian Szinicz und Kurt Grünsteidl. Diese 3 Linzer haben gemeinsam schon 16 LASK-Ambulanzen organisiert und sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Für Flo beginnt die Vorbereitung zu so einer Ambulanz eigentlich bereits beim jeweils vorherigen Spiel. Denn bereits da sorgt er dafür, dass auch beim nächsten Match wieder genügend Sanis vor Ort sind und macht somit kräftig Werbung unter den Mitarbeitern. Insgesamt befinden sich 175 Kollegen aus neun oberösterreichischen Bezirken in seinem Personal-Pool.
Mit der genauen Zuteilung beginnt er zirka eine Woche vor dem Spiel, auch wenn sich da noch einiges ändern kann. Die Auflage, wieviele Sanitäter im Stadion bereit stehen müssen, entscheiden Behörde, Polizei und Bundesliga in einer gemeinsamen Besprechung mit dem Roten Kreuz.
Dies fällt in den Aufgabenbereich von Matthias. In der Woche vor dem Spiel und am Spieltag selbst legt er in diesen Besprechungen mit den anderen Entscheidungsträgern und Einsatzorganisationen das genau vorgehen fest. Vorallem die reibungslose Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnerdiensten führt dazu, das die Fans das Spiel ohne Zwischenfälle genießen können. Während des Spiels übernimmt Matthias außerdem die Einsatzleitung und koordiniert die Versorgung sowie die möglicherweise nötigen Abtransporte der Verletzten.
Doch um überhaupt jemanden versorgen zu können ist neben den freiwilligen Mitarbeiter auch noch eines nötig, nämlich Material. Darum kümmert sich Kurt. Je nach Personalstärke sind acht bis zehn Fahrzeuge, mehrere Ambulanzrucksäcke, Funkgeräte, Tragen und Decken notwendig. Ebenso muss für Verpflegung gesorgt sein.
In Summe arbeiten die drei mehr als 40h an der Organisation einer solchen Ambulanz, und das manchmal wöchentlich. Doch natürlich ist ihnen genauso zu danken wie ihrem Team an fußballbegeisterten Mitarbeitern, ohne die so eine Aufgabe nicht zu bewältigen wäre.

Fotos: ÖRK/A.Kepplinger
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