Dienstag, September 27, 2005

Gott kommt nicht ins TV - derStandard.at

Na bitte. Geht doch.
Öffentlich-rechtliches Programm im ORF. Lehrreich. Durchaus unterhaltsam. Und eigentlich keine große Hexerei.
Man nehme Josef Hader.
Das sagt sich wahrscheinlich einfacher, als es ist. Aber er hat a) einige prägende Klosterschulerfahrungen gemacht und nennt b) dennoch die Bibel als jenes Buch, das er auf die Insel mitnähme. Also reiste Renata Schmidtkunz
mit Josef Hader für ein "Kreuz & Quer spezial" nach Israel, um herauszufinden, "Wie die Bibel heilig wurde". Das Unterrichtsministerium griff der Not leidenden Großanstalt dabei laut Abspann unter die Arme. Den offenkundig geplanten Schuleinsatz merkt man der Doku an: wenn schon nicht bei Adam und Eva, so doch ziemlich grundsätzlich. "Wir versuchen es ja möglichst banal anzugehen", leitet Hader eine seiner Fragen ein. So banal ist das Ergebnis nicht. Endlich wieder Schulfernsehen im ORF. Zudem so trocken bis zynisch, aber interessiert aufbereitet, wie das Hader über weiteste Strecken gelingt. Wenn er nicht gerade versucht, die einschlägige Bibelstelle rezitierend, wie Moses das Meer zu teilen und, klar, mit der Schrift in der hochgereckten Hand untergeht wie dieser Witz. Nicht Wind, nicht Erdbeben, nicht Feuer,
"stilles, sanftes Sausen" kommt mit Gott, zitiert Hader aus dem Buch der Könige. Und schließt: Ist Gott die Stille, dann kommt Gott nie ins Fernsehen. Dort ist Stille das "Grauslichste", alle gehen aufs Klo und Bier holen. Gut also, dass am Dienstag um 22.30 Uhr Josef Hader in ORF 2 die Bibel erklärt. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 27.8.2005)

Nachtrag
Hab leider nur die Hälfte gesehn, war nicht so spannend wie erwartet. Aber Bemerkenswert is das er seinen Dialekt beibehielt, selbst bei schlecht deutscht sprechenden Wissenschaftlern die sich damit wohl etwas schwer taten.

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